Liebe Rudelherzen,
"Stolz wie Bolle“ und „zu Tränen gerührt“ - das beschreibt so etwa meine Gefühlswelt, als ich gestern am frühen Nachmittag mit Holly aus der Innenstadt (Großstadt) zurück kam. Unsere grade 4-jährige Schweizer Sennenhündin und ich sind Strassenbahn gefahren. Holly war Profi, gelassen saß sie zwischen meinen Knien, als würde sie das alltäglich tun. Mehrere Menschen sprachen mich an, dass sie noch nie einen so braven Hund erlebt hätten, erzählten mir, sie hätten eigentlich Angst vor Hunden, aber Holly sei ja einfach toll. Aussteigen in der Stadtmitte, Begrüßung meiner Freundin, alles kein Problem. Wir mussten aufgrund eines Platzregens in einer mit Menschen gefüllten Passage warten, Holly saß neben mir und betrachtete ruhig und interessiert das Geschehen. Liegen im Strassencafé, Gäste und Servicekräfte, die nahe vorbei liefen, wurden brav geduldet. Einzig, als ein Labradoodle mit seinen Menschen am Nachbartisch Platz nahm, mussten wir beide kurz diskutieren, ob dieser von uns einen Platzverweis erhält - recht schnell akzeptierte Holly meine Meinung, konnte sich dann nicht mehr richtig entspannen. Der Rückweg zu Fuß und mit der Bahn wieder unkompliziert, selbst ein offenbar alkoholisierter Mensch, der uns recht nahe kam, wurde nach einem Blickwechsel zwischen uns toleriert. Warum ich das alles beschreibe? Weil wir es ohne Euch - liebe Steffi, lieber Dennis, liebe Anna - niemals geschafft hätten, aus Holly einen so sozialverträglichen Hund zu machen. Wir kamen nach einer durch Lockdown und Erkrankung geprägten Welpenzeit mit unserer reizoffenen, angespannten, unsicheren Junghündin das erste Mal zu einem Bootcamp zu den Rudelherzen. Jährlich folgten weitere, auch Einzeltrainings haben wir mit Steffi absolviert. Es war ein anstrengender Weg (ist es noch immer), doch nach und nach stellten sich Erfolge ein, Holly lernte Schritt für Schritt, uns und der Welt zu vertrauen. Dies gelingt nur durch ein hochindividuelles Training, wie es bei den Rudelherzen „gelebt“ wird. Jedes Hund-Mensch-Team wird unter Berücksichtigung seiner ganz eigenen Fähigkeiten und Vorraussetzungen betrachtet, niemand wird pauschal mit den anderen Teilnehmern verglichen. (Kleine) Erfolge werden gefeiert, Rückschritte ermunternd aufgearbeitet. Immer mit viel Sachverstand, sensibler aber deutlicher Kommunikation und einer dicken Prise Humor. Es macht einfach Spass - auch wenns harte Arbeit ist. Unser Weg mit Holly wird noch weitergehen, einige Baustellen müssen noch bearbeitet werden, natürlich in Begleitung der Rudelherzen. An welchem Bootcamp dürfen wir 2025 teilnehmen? Es grüßen Euch von Herzen,
Julia & Holly
Julia und Holly am 05.09.2024